Kurz nach dem arabischen Frühling 2011 erreichen Amira und Tarek, zwei tunesische Migranten, die eigentlich nichts gemeinsam haben, die italienische Küste in Apulien. Durch Zufall treffen sie dort auf eine lokale Musikband namens „Die Evangelisten“, die für kleine Gagen von einem Volksfest zum nächsten zieht. Die drei Bandmitglieder halten die beiden Tunesier für ein Paar, das ein Kind erwartet, und entscheiden sich, ihnen zu helfen, Frankreich zu erreichen. Obwohl sie selber genug eigene Probleme haben. Die Reise, die Angst, die Liebe, die unsichere Zukunft und der Wunsch, den eigenen Weg zu finden, verbinden alle in einer Erfahrung, die ihre Leben womöglich für immer verändern wird.

Ein äußerst interessanter Film, der erzählt, wieviel Misstrauen es unter „uns“ (die Band ist voller latenter Spannungen und Fliehkräfte) und unter „ihnen“ (die Tunesier tun so als ob sie ein Paar sind, obwohl sie sich nicht besonders leiden können) geben kann. Trotzdem ist der Film eine ehrliche Hommage an die Solidarität von uns Italienern (besonders im Salento, dem Stiefelabsatz, eine Gegend, die seit jeher offen ist für multikulturelle Begegnung), sowie ein Hoch auf die Musik, die leichter als tausend Worte in die Seele eindringt. In der vielleicht schönsten Szene befreit sich die Tunesierin Amira von ihrer Vergangenheit, indem sie den traditionellen Tanz „Pizzicata“ tanzt, so wie früher die Frauen im Salento, die mit dem Tanz „ihren Schmerz aus dem Inneren hervorholten“. Das ist Kino von großer Menschlichkeit, Intelligenz und Kultur. (FRANCESCO ALÒ, IL MESSAGGERO)

Genre
Drama
Land/Jahr
Italien 2017
Regie
Salvatore Allocca
Darsteller
Nabiha Akkari (Amira), Helmi Drid (Tarek), Alesiso Vassallo (Luca), Giandomenico Cupaiuolo (Giovanni), Emmanuele Aita (Matteo), Bianca Nappi, Annarita Del Piano

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